Donnerstag, 26. März 2015

10 Dinge, die ich nach einem schlimmen Flugzeugabsturz nicht sehen oder hören oder lesen möchte [aktualisiert]

Da schließe ich mich doch gern an:

 (Quelle: Lorenz Meyer, über Molosovsky)

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Nachtrag 27.03. - Was ich aber richtig, richtig gern gelesen habe, ist der neueste Artikel in der Rubrik "Wie erklär ich's meinem Kind" in der FAZ, wo sich die verehrte Reisejournalistin Andrea Diener mit dem Absturz beschäftigt. Lesen! Unbedingt! Und vielleicht könnt ihr es sogar im Familienkreis gebrauchen.

Mittwoch, 25. März 2015

Abgeliefert: das gegengelesene Lektorat von Elise Broach, DIE BARKER BOYS - DER FLUCH DES DONNERGOTTES

Hm, es ist bestimmt auch schon wieder zwei Wochen her, dass ich das Lektorat meiner Übersetzung des abschließenden Bandes dieser Abenteuer-Trilogie für Kinder gegengelesen habe. Inzwischen liegt bereits der Umbruch vor.

Aus der Vorankündigung

(Bildquelle: Carlsen)

Inhalt

Nachdem die Barker Boys und Delilah nur knapp dem Tod entkommen sind, tauchen immer mehr Rätsel auf. Der Erdrutsch im Canyon kann kein Zufall gewesen sein. Da sind sich alle einig. Aber wer steckt dahinter? Ein geheimer Brief an Henry liefert den entscheidenden Hinweis. Denn er enthält nicht nur den letzten Willen von Onkel Hank, die Kinder erfahren auch von einem uralten Fluch: Jeder, der das Gold des Berges stiehlt, ist zum Tode verdammt. Ein letztes Mal machen sich die vier Freunde auf den Weg zum geheimen Canyon. Doch ein Gewitter zieht auf und es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

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Mir gefällt neben der spannenden, naturalistischen Darstellung auch immer, dass es der Autorin glaubwürdig gelingt, die Kinderperspektive einzunehmen, manchmal mit witzigen Effekten. Das hier kann wohl jedes Kind nachempfinden - erst das Original, dann meine Übersetzung:

After a rushed good-bye to Delilah at the end of her street, the boys pedaled furiously back home, swinging their bikes into the driveway just as their father was carrying the recycling bin out to the street.

“There you are!” he exclaimed. “Your mother just called Delilah’s house looking for you.”

“We rode out by the cemetery,” Simon told him promptly.

“At night?” Mr. Barker raised his eyebrows. “That sounds spooky.”

“It was!” Jack declared. “But we didn’t see any ghosts,” he added, disappointed.

“Oh well,” Mr. Barker said. “Maybe next time.”

Mrs. Barker was less understanding. “It’s almost nine-thirty!” she scolded. “If you can’t make it home by nine
o’clock, we’ll have to make your curfew earlier.”

As with many parental edicts, this made little sense to Henry. If they couldn’t make it home by nine, it seemed obvious that their curfew should be LATER, not earlier. But the parental mind was a contrary thing and did not often work logically.

Nach einem hastigen Abschied von Delilah am Ende ihrer Straße strampelten die Jungen wie wild nach Hause und bogen gerade in die Auffahrt ein, als ihr Vater die Recyclingtonne auf die Straße stellte.

»Da seid ihr ja endlich!«, rief er. »Eure Mutter hat gerade bei Delilah zu Hause angerufen und nach euch gefragt.«

»Wir sind raus zum Friedhof gefahren«, sagte Simon sofort.

»Im Dunklen?« Mr Barker zog die Augenbrauen hoch. »Klingt gruselig.«

»War es auch!«, erklärte Jack. »Aber Geister haben wir keine gesehen«, fügte er enttäuscht hinzu.

»Ach so, na ja«, sagte Mr Barker. »Vielleicht nächstes Mal.«

Mrs Barker war nicht so verständnisvoll. »Es ist fast halb zehn!«, schimpfte sie. »Wenn ihr es nicht schafft, bis um neun zu Hause zu sein, müssen wir die späteste Uhrzeit wohl vorziehen.«

Henry fand das wenig einleuchtend, wie so viele elterliche Vorschriften. Wenn sie es nicht bis neun schafften, dann musste ihre späteste Uhrzeit doch eindeutig nach HINTEN geschoben und nicht vorgezogen werden. Aber das Denken von Eltern war voller Widersprüche und hatte oft nur wenig mit Logik zu tun.

Das Buch erscheint noch im Frühjahr. Mehr beim Verlag


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English summary for foreign readers: About two weeks ago, I counter-checked the edited version of my translation of REVENGE OF SUPERSTITION MOUNTAIN by Elise Broach. Still fun!

Samstag, 21. März 2015

Krimi-Autorin von zwei Männern als "Feind Allahs" zusammengetreten, weil sie über Frauen geschrieben hat, die sich einen "Ehrenmörder" vorknöpfen

Ich glaube, ich gehe am Montag ein paar Bücher von Astrid Korten kaufen ... Tantiemen sind gute Schmerzmittel.

Mehr dort


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English summary for foreign readers: German thriller writer Astrid Korten who wrote about some women taking revenge for an "honor killing" was bullied and kicked in the stomach as an "enemy of Allah". More, in German, over there.

Montag, 16. März 2015

Und, Frank, wie war's in Leipzig? [aktualisiert]

Schön war's!

Und kurz war's. Ich habe diesmal nur knapp vier Stunden auf der Messe verbracht und um Nägel mit Köpfen zu machen, bin ich vor und nach unserer Veranstaltung einzig am Septime-Stand gewesen. Herumhetzen bringt eh nichts, und so haben Jürgen Schütz und ich uns nach Jahren endlich einmal wieder richtig unterhalten können, und ich habe die tolle Julie Phillips kennengelernt, deren Tiptree-Biografie ihr alle unbedingt lesen müsst, und dazu noch einige spannende Leute mehr,

und weil ich jetzt fleißig sein möchte, schicke ich euch, so ihr neugierig seid, rüber auf die Facebook-Seite vom Septime-Verlag, wo es eine schöne Fotoserie gibt ...

(Hier erkläre ich gerade, dass ein Tiptree-Übersetzer beim Googeln einer ihrer seltsamen, coolen Redewendungen allzu oft wieder direkt auf die Geschichte verwiesen wird, die er gerade übersetzt. Pech gehabt! Oder auch Glück; nun darf man selber kreativ werden. Foto: Septime)

 ... und zur Messe-Rückschau vom Fantasyguide, wo Ralf Steinberg unsere Veranstaltung als "Höhepunkt des Tages" lobt, Donnerwetter!

Muss los. Wir lesen uns!

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Nachtrag 17.03. - Die Leute vom Golkonda-Verlag haben auch noch was über unsere Veranstaltung gebracht, dort.


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English summary for foreign readers: Our Leipzig Book Fair panel 100 years James Tiptree, Jr. was fun and I was very pleased to meet Julie Phillips, her awesome biographer! You can look at some pics over there at Septime publishing house.

Freitag, 13. März 2015

Wie alt ist Spenser?

Ich habe für dieses Lesejahr unter anderem vor, mir noch einmal gemütlich die Spenser-Krimis von Robert B. Parker reinzuziehen - und dabei will ich diesmal auf eine zeitliche Einordnung achten. Nicht mit wissenschaftlicher Akribie, die Lektüre soll ja vor allem Spaß machen, aber wenn mir etwas auffällt, will ich es markieren.

Die ersten drei Romane habe ich im Januar und Februar gelesen, in dieser schönen Taschenbuchausgabe, die inzwischen auch schon zwanzig Jahre auf dem Buckel hat:

(Eigenhändiger Scan vom gelesenen Exemplar. Taschenbuch, 518 Seiten. Penguin, 1994)

  • THE GODWULF MANUSCRIPT (1974) spielt im Spätherbst und Winter: "Flakes of the season's first snow flattened out against [the window]", page 7. Spenser "[gets] up towards forty", page 71. Auf page 101 schmaucht er eine Zigarre; das wird noch wichtig sein, weil er in späteren Romanen gern erzählt, seit wie vielen Jahren er nicht mehr raucht.
  • GOD SAVE THE CHILD (1974) beginnt im "September after Labor Day", page 181, also in der ersten Hälfte des Monats. Spenser ist "thirty-seven", page 190. Ha, eine eindeutige Angabe!
  • MORTAL STAKES (1975) spielt zur "summertime", page 351.

Wenn wir der Einfachheit halber davon ausgehen, dass die Fälle in chronologischer Reihenfolge erzählt werden, und ich erinnere keine ausdrückliche erwähnte Ausnahme oder auffallende Abweichung, dann ist Spenser im ersten Band 36 Jahre alt und im dritten Band  37 oder 38 - je nachdem, wann er Geburtstag hat.

Zwischen den ersten drei Fällen ist jeweils rund ein Jahr vergangen, Minimum; hochgerechnet auf den letzten, 2011 posthum erschienenen Roman SIXKILL (den ich noch gar nicht gelesen habe, Donnerwetter!) ergibt das vorläufig ein Alter von rund 74 Jahren für unseren verwitterten Helden.

Hübsch.

Mal sehen, wie das mit dem chronologischen Lesen weitergeht! Bei den nächsten Romanen möchte ich zusätzlich darauf achten, ob sich aufgrund bestimmter Details feste Jahreszahlen zuordnen lassen.


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English summary for foreign readers: This year I'm rereading again the Spenser novels by Robert B. Parker and I'm trying to do two things while reading - a) to synchronize the storyline with real history and b) to determine Spenser's age for every novel.

Montag, 9. März 2015

Saturday Is For Adventure

Der Samstag ist fürs Abenteuer, wie manche Amerikaner so gern sagen. Mein Abenteuer am vergangenen Samstag war dieses hier:


Drei wunderbar spielfreudige Bands, die sich alle selig geschafft haben:







Himmel, war es wirklich anderthalb Jahre her, dass ich, wie mein großer Sohn und ich im Bassy rekonstruierten, zuletzt auf einem Konzert gewesen bin?

Ja, leider. Nicht zu fassen - meine längste Livemusik-Pause, seit ich volljährig bin.

Das will ich in diesem Jahr aber wieder anders machen!


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(Herzlichen Dank unbekannterweise an Betrunkenimkiez, der das Ganze mitgeschnitten hat. Geht mal auf seinen Kanal, da gibt's noch mehr!)

Mittwoch, 4. März 2015

Eingetrudelt: die Taschenbuchausgabe von Kirsty McKay, UNTOT - LAUF, SOLANGE DU NOCH KANNST

Gestern kamen Belegexemplare einer Lizenzausgabe an, von der ich noch gar nichts gewusst hatte:

(Bildquelle: Carlsen)

Umschlagtext

"Mr Taylor reißt den Kopf nach oben. Er sieht uns. Dann stößt er ein langes Ächzen aus, streckt die Hände vor und kommt direkt auf den Bus zugewankt. Er wirkt ... hungrig."

Endlich ist dieser grässliche Skiausflug mit ihren noch grässlicheren Mitschülern vorbei. Ein letzter Pausenstopp, dann hat Bobby es hinter sich. So lange wartet sie mit Smitty im Bus auf die anderen. Aber die anderen kommen nicht, die anderen sind tot - irgendwie. Alice hat es gesehen und dreht vollkommen durch. Denn plötzlich torkeln jede Menge Tote durch den Schnee. Hungrige Tote. Schöne Scheiße. Sie müssen hier weg und zwar schnell! Doch draußen ist es einsam und dunkel, ein Sturm tobt und die Handys funktionieren auch nicht ...

Blutig, witzig, schnell - ein echter Pageturner!

"Blutig, witzig, schnell" trifft es, ausnahmsweise für einen Klappentext, sehr gut. Die Übersetzung vor drei Jahren hat mir einen Riesenspaß gemacht, und in unserer Straße wohnt eine Lehrerin, die sich bei der Schilderung dieser höchst misslungenen Klassenfahrt schier weggeschmissen hat vor Lachen ...

Ist außerdem eines der Lieblingsbücher unseres Zwölfjährigen!

Mehr zum Buch drüben beim Verlag

Kirsty McKay hat übrigens gerade einen neuen Jugendroman abgeliefert, diesmal keine Zombiestory, sondern einen Thriller. Den übersetze ich demnächst und natürlich wieder für Chicken House.


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English summary for foreign readers: Yesterday the postman brought the copies of the pocket edition of UNTOT - LAUF SOLANGE DU NOCH KANNST (Undead) by Kirsty McKay which I translated three years ago. In spring, I will translate her new book, a thriller without zombies and a classical whodunit.